Metall macht Musik, Teil 4
von Tim Eckhorst


Die drei Großen

Um auch mal näher auf einige Bands einzugehen, werde ich einfach mal meine drei Lieblingsbands etwas näher beschreiben und berichten, was ich an ihnen mag. Fange ich einfach mal bei Iron Maiden an, die mich eigentlich dazu gebracht haben überhaupt Metal zu hören.

Ende 1998 hörte ich auf einem Rock Sampler (war irgendso'n "Grammy Rock"-Kram) erstmals ein Lied von Iron Maiden. Dieser Song hatte den Titel "Afraid to shoot Strangers". Ich war zwar nicht sofort begeistert von dem Song, da ich ihn recht lahm fand, aber als dann die Gitarren Solos kam, war ich gar nicht mehr davon abzubringen lauter zu machen. In den darauffolgenden Wochen hörte ich nur noch einen Song und das war "Afraid to shoot Strangers". Das Lied wurde einfach nicht langweilig und auch heute liebe ich es noch (die Gitarrensolos im Lied sind eine Offenbarung, es ist nicht einfach ein Solo für mich, sondern DAS Solo schlechthin!!!). Nach und nach habe ich mir dann alle Iron Maiden Alben gekauft und wenig später auch festgestellt, welch geniale Texte Bandgründer Steve Harris schreibt. Manchmal nachdenklich, manchmal kritisch und immer irgendwie interessant. Da geht es zum Beispiel bei "Hallowed be thy Name" um einen Straftäter, der kurz davor ist, hingerichtet zu werden oder bei "The Trooper" um eine Schlacht (diese Songs sind übrigens zwei echte Klassiker). Interessante Texte, machen meiner Meinung nach einen Song noch besser und da Iron Maiden eben alles in den Songs hat, was man sich wünschen kann, gehören sie ganz nach oben in der Liste der "Top Metal Bands".

Mit dem letzten Satz will ich nicht behaupten, dass Iron Maiden die allerbesten sind, denn auf die gleiche Ebene würde ich auch noch Judas Priest und W.A.S.P. stellen. Judas Priest ist ja nun wie Iron Maiden auch eine ganz klassische Heavy Metal Band, die ihren Ursprung in den 70ern hatte, aber die großen Erfolge in den 80ern. Auch hier gilt fast das Gleiche wie bei Iron Maiden: Großartige Songs, endlose Gitarren Solos (wofür die beiden Gitarristen Glenn Tipton und K.K. Downing bekannt sind) und geniale Texte.

Die Texte von Judas Priest würde ich von der Qualität her nicht ganz auf die selbe Höhe stellen wie die von Iron Maiden, aber genial sind sie allemal. Ein Text, den ich mir immer wieder gerne durchgelesen habe, ist der von "Burn in Hell". Der Song ist zwar auf dem von den Fans nicht so sehr geliebten 97er Comeback-Album "Jugulator", aber ich finde einfach nichts Schlechtes an diesem Song und zu behaupten das Album "Jugulator" bzw. der Song "Burn in Hell" hätten Nu-Metal Einflüsse ist einfach nur albern. Totschweigen darf man an dieser Stelle natürlich auch nicht das 1990er Album "Painkiller", welche für viele heute immer noch DAS Heavy Metal Album überhaupt ist (neben "Defenders of the Faith" gehört "Painkiller" auf jeden Fall zu meinen Lieblinsalben von Priest).

Dann komme ich jetzt mal zur dritten Band, die ich oben ja schon erwähnt habe: W.A.S.P. Ich halte diese Band für sehr interessant, auch wenn da bestimmt viele anderer Meinung sind, da man ja immer wieder Behauptungen, wie "W.A.S.P. haben drei Songs geschrieben und die sind auf jeden Album drauf!" hört. Eine Behauptung wie diese halte ich für völligen Blödsinn. Ich weiß nicht genau, was es ist, aber irgendwas hat diese Band und das ist genial. Zum größten Teil dürfte diese Begeisterung von Bandgründer, Frontman, Songschreiber, Sänger und Gitarrist Blackie Lawless kommen. Blackie hat schon so manchen großartigen Song abgeliefert, bei dem man einfach nur noch staunt. Mir ging es jedenfalls des öfteren so. Ganz besonders beeindruckt hat mich das Album "The crimson Idol", welches die Geschichte eines Rockstars namens Jonathan erzählt. Dieses Album würde ich als so eines bezeichnen, auf dem wirklich jedes Lied ein Volltreffer ist. Natürlich ist das eine besser als das andere, aber jedes ist eben gut und man hört es gerne und immer und immer wieder.

Derzeit liefert Blackie Lawless mit seiner Truppe immer noch geniales Material ab. Das neueste Werk, dass den Titel "Dying for the World" hat, befasst sich u.a. mit dem 11. September und mal wieder kritisch mit dem Thema "Amerika". Missstände und alles, was in dieser Welt nicht in Ordnung ist, kommt unter die Lupe von Blackie und das ist mehr als interessant. Wer also meint, dass W.A.S.P. nicht zu mehr fähig sind als drei Songs immer und immer wieder mit einem neuen Text zu versehen, dem sei das gesamte W.A.S.P. Programm zu empfehlen, auf dass er merkt, wie genial diese Band ist.