Metall macht Musik, Teil 53
von Tim Eckhorst


"Rockstar" was right!

Kennt hier im Raum jemand den Film "Rockstar" mit Mark Wahlberg? Der 2001er Streifen wird immer wieder mit Sänger Tim "Ripper" Owens und dessen Lebensgeschichte in Verbindung gebracht. Der Owen'sche Lebensweg soll Pate für die Story gestanden haben.

Worum es geht: Ein Sänger einer Steel Dragon-Coverband schafft es die Stelle des Originals in der Originalband einzunehmen. Dort ist er jedoch eher Angestellter, als vollwertiges Bandmitglied, was sich zu einer schlimmen Lage für den neuen Sänger entwickelt. Schlussendlich steigt der Neuling aus und widmet sich seiner eigenen Musik.

Soweit so gut. Jetzt kommen die Parallelen zu Tim Owens. Dieser sang in einer Judas Priest-Coverband, die unter dem Namen "British Steel" (nach einem Albumtitel des Originals) firmierte. Nach dem Ausstieg von Rob Halford bei Priest, nahm Owens seinen Platz ein und wie's aussieht, hatte auch Owens in der Band wenig zu sagen. Lediglich an einem Japan-Bonustrack schrieb er mit und hatte ansonsten die Aufgabe die Klassiker zum Besten zu geben. Mit der Rückkehr Halfords im Jahre 2003, war's dann auch für Owens vorbei. Da ein brillanter Sänger, wie Tim Owens es ist, natürlich nicht lange auf Anfragen anderer Bands warten muss, konnte er schon bald bei Iced Earth einsteigen, nicht ganz so groß wie Judas Priest, aber mit hohem Bekanntheitsgrad in der Szene. Neue, schöne Heimat also? Jein, denn das Schreiben von Songs ist bei Iced Earth eine Sache, die vor allem Bandboss Jon Schaffer übernimmt. Zudem gibt es ein ähnliches Problem, wie bei Judas Priest: Tim Owens singt Klassiker einer beliebten Band, die Jahre vor seinem Einstieg entstanden sind. Die Fans verlangen also auch hier in Scharen nach dem Originalsänger. Und wie es das Schicksal so wollte, sind jetzt auch Iced Earth wieder bei einer Reunion angekommen. Sänger Matt Barlow ist auf vielfachen Wunsch zurückgekehrt und Ripper Owens ein weiteres Mal vor der Tür.

Nun könnte man spekulieren, was als nächstes passiert. Lou St. Paul, Bandboss von Winters Bane, einer der ersten Bands, in denen Tim Owens sang, kündigte beispielsweise an, dass man mit dem ehemaligen Sänger einen Nachfolger des Erfolgsalbums "Heart of a Killer" aufnehmen könnte. Diese Ankündigung kam noch vor der Iced Earth Reunion und war noch mit einem großen Vielleicht überdeckt, da es ja zeitliche Probleme geben könnte. Diese sind nun möglicherweise aus dem Weg geräumt. Vielleicht gibt's hier also eine weitere Reunion. Schön wär's.

Blaze Bayley, der seinerzeit Bruce Dickinson bei Iron Maiden ersetzte, ist dieser Tage übrigens auch mit einer alten Band unterwegs: Wolfsbane, die Band, in der er das Mikro schwang, bevor er von Steve Harris zu Iron Maiden eingeladen wurde.

Und? Sieht noch jemand Parallelen zu "Rockstar" und dem berechenbaren Musicbusiness?